Vermessung der Höhle Coiba Mare in den rumänischen Westkarpaten,

17-19.07.2011

Team:
Rainer Kraberger
Walter Huber
Joe Haschek
Hari Wirnsberger


Folgendes hatten wir geplant:

1.Tag:
GPS Koordinaten von Izbucul Tauz nehmen
Check vor Ort in der Höhle (Wasserstand!)
Aufbau der Seilsicherung und des Flaschenzuges
Vorstoss bis zum Endsiphon

2.Tag:
Vermessung Coiba Mare
Vermessung Coiba Mica
Materialtransport für Tauchgang im Endsiphon

3.Tag:
Tauchgang im Endsiphon
Restvermessung

4.Tag:
Rücktransport Material
GPS Koordinaten vom Eingang der Coiba Mica
Befahrung der Höhle Oilor

1.Tag

Endlich waren wir wieder da! Hier schien die Zeit still zustehen.






Nach nur 2 Std. Schlaf nach der langen Autofahrt ging es auch schon los.

Geplant für den ersten Tag war, dass wir beim Wasserfall eine Seilsicherung und einen Flaschenzug aufbauen, den wir für spätere Materialtransporte benötigten. Danach wollten wir noch bis zum Endsiphon "Lacul Morţii" vorstossen.





Mit dem Geländewagen liess sich die Schotterstrasse, die uns durch ein 17km langes Tal rauf ins Gebirge brachte, problemlos bezwingen.

Izbucul tauz





Den ersten Stopp machten wir bei "Izbucul Tauz", dem tiefsten bekannten Siphon Rumäniens, aus welchem auch das Wasser der Höhle Coiba Mica stammt. Hari hatte sein GPS dabei und wir nahmen die Koordinaten und ermittelten die exakte Höhe.





Casade Piatra





Danach ging es vorbei an der Alm "Casa de Piatra" weiter zum Eingang der Coiba Mare.







Der Eingang der Höhle Coiba Mare - was für ein riesiges Loch!

Eingang der Höhle Coiba Mare

Halbsiphon Coiba Mare






Nach etwa 150m war der Halbsiphon erreicht. Diesmal deutlich breiter und etwas tiefer. In der Mitte war diesmal eine kurze Stelle wo das Wasser bis auf ca. 20cm an die Höhlendecke reichte.






Nach weiteren 200m waren wir wieder in der Halle in welcher der Verbindungsgang zur Höhle Coiba Mica abzweigt.

Coiba Mica



Diesmal kam aus der Höhle Coiba Mica deutlich mehr, und leider auch trüberes Wasser, als bei unseren letzten Besuchen. Die Höhlen entwässern ein riesiges Hochplateau, wo es vermutlich die letzten Tage stärkere Niederschläge gab.







Der Gang ist in diesem Abschnitt über 10 m hoch, immer mehrere Meter breit und von atemberaubender Schönheit.

Sinterung Coiba mare

Sinterungen zaubern märchenhafte Gesteinsformen hervor.

Kurze Zeit später standen wir endlich beim Wasserfall. An dieser Stelle mussten wir ja im Vorjahr umkehren. Mit dem Wasser hatten wir hier mehr Glück als im Oktober.

Hair beim Wasserfall


Das Wasser hatte seit unseren letzten Besuch einen neuen Weg nach unten gefunden. Etwa 2/3 des Wassers versickerte bereits einige Meter vor dem Wasserfall.


Es war somit für Hari wesentlich leichter die Seilsicherung und den Flaschenzug aufzubauen. Auch das Abseilen war ein Vergnügen da wir nicht direkt im Wasserfall hingen.




Unter dem Wasserfall ist das Wasser, wie sich später herausstellte, knapp über 2 m tief.

unter dem Wasserfall






Hinter dem Wasserfall befindet sich ebenfalls noch ein kurzer Gang mit ca. 5 m Länge.









Als wir alle unten waren ging es dann auch gleich weiter in Richtung Endsiphon "Lacul Morţii". Zu unserer Verwunderung war es noch ein ganz schönes Stück zu gehen. Im hinteren Bereich macht der Gang ein paar Hacken. Nach einer Engstelle in welcher ein grosser "Tracktorreifen " feststeckte wurde der Gang wieder höher. Am Endsiphon angekommen wurde der Gang zu einer hohen Halle. Im oberen Bereich konnten wir Teile eines Seils erkennen, irgendjemand musste da mal herumgeklettert sein.


Der Endsiphon "Lacul Morţii" zeigte sich nicht von seiner besten Seite. Der komplette Siphon war voll mit Treibholz (Baumstämme mit 1-2m Länge), welches sich auch noch ineinander verkeilte.

Treibholz im Endsiphon




Wir vermuteten im Endsiphon schon Treibholz, aber mit diesen Ausmassen hatten wir nicht gerechnet. Schnell war klar, dass ohne entsprechenden Gerät zum wegziehen der Baumstämme nichts gehen würde.

Der Siphon wollte also diesmal sein Geheimnis noch nicht an uns preisgeben.





Durch die exakte Höhenbestimmung vom Coiba Mare Eingang und "Izbucul Tauz" (Abfluss- Ausgang) wollten wir ja bei dieser Expedition durch die Vermessungsarbeiten ( siehe 3D Hölenplan und Vermessungsdaten, Ansicht auf Google Eathe view on Google Eath) unsere Vermutung bestätigt wissen, dass der Endsiphon "Lacul Morţii" noch einmal hochkommen muss. D. h. hinter der möglichen Tauchstrecke die zurzeit mit Baumstämmen verstopft ist muss es noch einen Trockengang (Auftauchstelle!) geben bevor das Wasser endgültig seine grösste Tiefe von -87 m im "Izbucul Tauz" erreicht.

Nach kurzer Rast ging es wieder zurück Richtung Ausgang. Nun standen wir zum ersten Mal an der unteren Seite des Wasserfalls. Wie sich schnell herausstellt ist es rauf nur halb so lustig wie runter. Es war nicht ganz einfach den Aufstieg zu beginnen da wir ja aus dem tiefen Wasser starten mussten.

Wieder draussen ging's gleich runter ins Tal wo wir später für umgerechnet € 4,50(!) ein sehr gutes Abendessen hatten.

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